Outdoor-Rucksack richtig reinigen – Anleitung zum Waschen, Trocknen und Imprägnieren

Unser Wander-,Trekking- oder Outdoor-Rucksack muss auf einer Tour schon so einiges mitmachen. Regen, Sonneneinstrahlung, Schlamm, Staub, Schweiss und der ein oder andere verschüttete Inhalt unseres Proviants ziehen ihn oft bereits nach kurzer Zeit sehr in Mitleidenschaft. Indem Sie Ihren Outdoor-Rucksack regelmässig waschen, pflegen Sie das Material und verlängern auf die Weise die Lebensdauer Ihres wichtigen Begleiters.

Doch wie reinigt man den Rucksack richtig? Kann man einen Outdoor-Rucksack in der Waschmaschine waschen? Braucht es zum Reinigen ein spezielles Waschmittel? Und wie sieht es mit der Behandlung im Trockner aus?

In diesem Ratgeber stellen wir die wichtigsten Fakten und Tipps rund um das richtige Waschen, Trocknen und Imprägnieren Ihres Rucksacks zusammen. Damit auch Ihr treuer Gefährte schon bald wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Wie oft sollte ein Outdoor-Rucksack gewaschen werden?

Bei häufiger Verwendung Ihres Rucksacks ist eine regelmässige Reinigung umso wichtiger. Nicht nur Staub, Schlamm und Nässe setzen kleinen und grossen Packsäcken auf Dauer mächtig zu. Auch Schweiss, Reste von Sonnencreme oder Verunreinigungen durch ausgelaufene Trinkflaschen und Essensboxen lassen ihn bald bedenklich riechen.

Grundsätzlich lohnt es sich, den Rucksack mindestens einmal im Jahr einer gründlichen Tiefenreinigung zu unterziehen. Je nach dem Grad der Verschmutzung reichen in der Regel aber bereits mehr oder weniger aufwendige Massnahmen zur Reinigung aus. Beachten Sie auch, dass eine regelmässig durchgeführte Grundpflege Ihnen bereits viel Arbeit erspart. So wird das doch eher aufwendige Rucksack Waschen zur Ausnahme.

Sollte man einen Rucksack in der Waschmaschine waschen?

Um es kurz zu machen: Nein, unter keinen Umständen! Denn geht es um einen Outdoor- oder Wanderrucksack, können wir nur in aller Deutlichkeit davon abraten, diesen in einer Waschmaschine zu waschen.

Der Grund: Die mechanische Scheuerwirkung ist für das Rucksack-Material und dessen Beschichtung absolut schädlich. Besonders die Innenseiten der Outdoor-Rucksacke sind häufig mit Polyurethan (kurz: PU) beschichtet. Das macht sie bis zu einem gewissen Nässegrad wasserdicht. Hinzu kommt, dass manche Rucksäcke auch aussen eine spezielle Imprägnierung aufweisen, die durch den Waschvorgang in der Waschmaschine angegriffen wird. Doch nicht nur die PU-Schicht leidet: Auch die mechanischen Belastungen, die in der Maschine auf den Rucksack einwirken, können dazu führen, dass kleine Bauteile wie Schnallen oder Reissverschlüsse aus Plastik kaputt gehen. Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob Sie ein Feinwaschmittel verwenden oder den Rucksack mit einem Kaltwäsche-Programm behandeln. Und es gibt noch einen weiteren Nachteil: Durch die Kombination aus Waschmittelrückstanden, Schweiss und UV-Strahlung wird sogar die schnellere Zersetzung der Materialien noch gefördert.

Um einen Rucksack richtig zu waschen, kommen Sie um die Handwäsche also nicht herum.

Wie lässt sich ein Rucksack richtig reinigen?

Die Form der Rucksack-Reinigung hängt natürlich in erster Linie davon ab, wie stark dieser während der Tour beansprucht wurde. Wir unterscheiden daher zunächst zwischen einer Grundreinigung sowie der Reinigung bei leichter und starker Verschmutzung. Die gründlicheren Reinigungsmassnahmen werden erfahrungsgemäss nach intensiven 1-Tages-Touren oder mehrtägigen Touren durch Natur und Wildnis notwendig.

Rucksack-Grundreinigung:

Leeren Sie den Rucksack nach jeder Tour vollständig aus. Schütteln Sie ihn bei Bedarf noch einmal kräftig aus. Prüfen Sie den Rucksack auf Flecken und Verschmutzungen. Handelt es sich um eingetrockneten Schlamm oder leichten Staub, lässt dieser sich leicht mit einer Handbürste entfernen.

Rucksack-Reinigung bei leichter Verschmutzung:

Durch Ausschütteln und Absaugen des Rucksacks entfernen Sie sämtlichen Schmutz wie Steinchen, Sand, Nadeln und andere lose Verschmutzung. Mit einem Microfasertuch, Schwammtuch oder einem einfachen feuchten Tuch wischen Sie nun die Innenseiten des Rucksacks vollständig aus.

Ist die Aussenseite verdreckt, können Sie entscheiden, ob Sie diese trocken Ausbürsten oder einer gründlicheren Reinigung unterziehen. Um Staub und ähnlich leichte Verschmutzungen zu entfernen, reicht es meist aus, die Aussenseite des Rucksacks kurz mit lauwarmem Wasser in der Badewanne oder Dusche abzubrausen. Mit einem milden Spülmittel können Sie sowohl das Rückenpolster als auch die Schulter- und Hüftgurte reinigen. Befeuchten Sie diese gut und drücken Sie sie im Anschluss wie einen Schwamm mehrmals aus. Wiederholen Sie das so oft, bis kein Schaum vom Reinigungsmittel mehr austritt.

Rucksack-Reinigung bei starker Verschmutzung / Intensive Reinigung:

  1. Vorbereitung: Bei dieser ausführlicheren Reinigung wird der Outdoor-Rucksack intensiv in Wasser eingeweicht und gründlich von Hand gewaschen. Zunächst bürsten Sie den groben, trockenen Dreck sorgfältig ab.
  2. Einweichen: Legen Sie den verunreinigten Rucksack in die Badewanne oder eine Waschschüssel und brausen ihn mit lauwarmem Wasser ab. Geben Sie ein mildes Spülmittel oder ein spezielles Waschmittel hinzu und lassen den Rucksack für mindestens 15 Minuten einweichen. Verwenden Sie keinesfalls reguläres oder chlorhaltiges Waschmittel, da diese die PU-Schicht angreifen und zerstören können.
  3. Waschen: Entfernen Sie mit einer Bürste die Verschmutzungen. Bei hartnäckigen Flecken können Sie diese mit Kernseife einreiben und etwas einwirken lassen. Vergessen Sie nicht, Schultergurte, Hüftgurte und Rückenpolster ebenfalls gründlich zu waschen und mehrmals gut im Wasser auszudrücken. Reissverschlüsse lassen sich gut mit einer alten Zahnbürste sauber schrubben.
  4. Ausspülen: Lassen Sie das Waschwasser ablaufen und spülen Sie den Rucksack mit warmem Wasser gründlich aus. Achten Sie darauf, dass alle Reinigungsmittelreste entfernt und auch die Polster gut ausgedrückt werden.

Rucksack richtig trocknen lassen

Es ist ungemein wichtig, dass Sie Ihren Rucksack gut trocknen lassen. Andernfalls kommt es sehr schnell zu unangenehmen Gerüchen, Stockflecken oder Schimmel. Wie bereits erwähnt, ist das Trocknen per Trockner absolut tabu. Stattdessen ist Lufttrocknen angesagt. Hängen Sie hierfür den Rucksack am besten kopfüber im Freien oder über der Dusche/Badewanne auf. Sorgen Sie dafür, dass der noch feuchte Rucksack von allen Seiten gut belüftet wird. Besteht Ihr Outdoor-Rucksack aus vielen kleinen Taschen, lohnt es sich, diese für etwa eine Stunde mit saugfähigen Tüchern oder Zeitungspapier auszustopfen. Von direkter, starker Sonneneinstrahlung sowie dem Trocknen per Föhn und aufgedrehtem Heizkörper raten wir ab. Denn auch hierbei besteht die Gefahr, dass das Material unnötig strapaziert und infolge porös wird.

Rucksack-Pflege und Imprägnierung nach der Reinigung

Im Anschluss an das Rucksack Waschen können Sie noch ein paar Pflegemassnahmen durchführen. Behandeln Sie die Reissverschlüsse mit etwas Silikonspray oder reiben Sie sie mit etwas Wachs ein. Anschliessend den Reissverschluss ein paar Mal auf- und zuziehen und schon dürften sich die Fächer (wieder) leichtgängig öffnen lassen. Auch Klettverschlüsse sollten Sie sauber halten, damit diese gut schliessen. Mithilfe einer Zahnbürste lassen sich die Verschlüsse prima reinigen.

Von Zeit zu Zeit bietet es sich an, den Rucksack von aussen mit einem entsprechenden Pflegemittel zu imprägnieren. Wasser perlt auf diese Weise leichter ab und auch Schmutz setzt sich nicht so schnell fest. In der Folge muss der Rucksack zugleich weniger gewaschen werden, was ebenfalls das Material schont. Doch beachten Sie: Menschen mit sensibler Haut leiden bei Kontakt mit Imprägniermitteln manchmal unter Hautreizungen. Möchten Sie lieber darauf verzichten, können Sie natürlich auch auf wasserdichte Packsäcke und Regenhüllen für den Rucksack zurückgreifen.

Erste Hilfe: Was tun bei ausgelaufenen Flüssigkeiten im Rucksack?

Eine undichte Trinkflasche, der eilig weggepackte Proviant oder der umgekippte Suppenteller sorgen nicht nur für den Moment für eine kleine Sauerei, sondern können sich auch schnell als hartnäckiger Fleck festsetzen. Hier daher unsere kleine Anleitung, wie Sie ausgelaufene Flüssigkeiten schnell beseitigen und Schlimmeres verhindern:

  1. Sofort trockenlegen: Reagieren Sie möglichst schnell und nehmen Sie so gut es geht mit einem Tuch, alten T-Shirt oder ähnlichem das Gröbste auf. Wischen Sie den Rucksack gut aus und legen Sie etwas Textil oder Zellstoff ein, damit dieses die Restfeuchtigkeit noch besser aufsaugt.
  2. Reinigung am selben Tag: Weichen Sie noch am selben Tag den Rucksack ein. Improvisieren Sie notfalls mit etwas Seife und Wasser. Eine gründliche Rucksack-Reinigung erfolgt im Anschluss, wenn Sie beispielsweise wieder zu Hause sind. Bei längeren Touren lohnt es sich, ein Textilwaschmittel mitzunehmen, mit dem Sie den Rucksack auch unterwegs einweichen können.
  3. Trocknen lassen: Auch hier ist es wichtig, den Rucksack nach der Reinigung wieder gut durchtrocknen zu lassen. Notfalls diesen mit Zeitungspapier ausstopfen.

Outdoor-Rucksack richtig reinigen: Das Wichtigste auf einen Blick

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zum richtigen Rucksack reinigen zusammengefasst:

  1. Verzichten Sie unbedingt auf die Reinigung in der Waschmaschine!
  2. Waschen Sie Ihren Outdoor-Rucksack immer nur von Hand.
  3. Spülen Sie den Rucksack nach dem Waschen gründlich aus.
  4. Verschmutzungen lassen sich trocken mit einer Handbürste entfernen oder Kernseife vorbehandeln.
  5. Lassen Sie den Rucksack an einem gut durchlüfteten Ort ohne intensive Sonneneinstrahlung trocknen.
  6. Verwenden Sie eine Zahnbürste, um Reissverschlüsse und Klettverschlüsse zu reinigen.
  7. Erneuern Sie von Zeit zu Zeit die Imprägnierung oder greifen Sie auf wasserdichte Packsäcke und Regenhüllen zurück.
Zurück